Friedensappell – Dagdelen und Wagenknecht in Berlin
28.05.26 - In Berlin-Schöneberg verwandelten Sevim Dağdelen und Sahra Wagenknecht ihren Wahlkampfauftritt in eine politische Kundgebung, die ganz im Zeichen des Friedens stand. Auf dem Lucie-Leydicke-Platz versammelten sich zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer, um die zentralen Botschaften des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik zu hören. Weitere Redner waren Alexander King (Spitzenkandidat des BSW) , Josephine Thyrêt (Spitzenkandidatin des BSW) und Michael Lüders (Spitzenkandidat des BSW). Auch das BSW Pankow sichtbar vertreten, das den Auftritt organisatorisch und inhaltlich unterstützte.
Im Mittelpunkt der Reden stand die Forderung nach einer deutlichen Kurskorrektur in der deutschen Außenpolitik. Dağdelen und Wagenknecht kritisierten die aus ihrer Sicht fortschreitende militärische Eskalation im Ukrainekrieg und warnten vor einer Politik, die auf immer mehr Waffenlieferungen statt auf diplomatische Initiativen setze. Beide betonten, dass Deutschland eine aktive Rolle bei Verhandlungen übernehmen müsse, um eine weitere Verschärfung des Konflikts zu verhindern.
Sevim Dağdelen nutzte die Veranstaltung zugleich, um ihre Kandidatur für das Berliner Abgeordnetenhaus zu unterstreichen. Sie präsentierte sich als Stimme für eine friedensorientierte Politik und als Alternative zu den etablierten Parteien, die sie für den aktuellen Kurs der Bundesregierung mitverantwortlich macht. Ihre Botschaft: Sicherheit entstehe nicht durch Aufrüstung, sondern durch Diplomatie und soziale Stabilität.
Sahra Wagenknecht knüpfte daran an und sprach über die gesellschaftlichen Folgen einer Politik, die soziale Fragen vernachlässige und internationale Konflikte verschärfe. Sie verband ihre Kritik an der deutschen Außenpolitik mit einem Appell für mehr soziale Gerechtigkeit im Inneren. Frieden und soziale Sicherheit seien untrennbar miteinander verbunden, so Wagenknecht.
Die Atmosphäre der Veranstaltung war geprägt von Zustimmung, aber auch von vereinzelten Gegenprotesten, die die Positionen des BSW kritisierten. Insgesamt vermittelte der Auftritt jedoch ein Bild von Geschlossenheit innerhalb der Bewegung und dem Anspruch, Friedenspolitik wieder stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte zu rücken.
Bilder: Andrea Trautmann